Bogenpeter

 





 

Peter wurde als unehelicher Sohn einer Liebschaft eines Adelsmannes zu einer Bürgerlichen  geboren, und somit als Bastard des Herzoges von Wolfstein verschrien war, der daher nicht zum Tragen eines Adelstitels berechtigt ist.

Da der Herzog verheiratet war und seine Frau diese Liebelei zu beenden vermochte, bot die Herzogin der Mutter als Pfand für das Schweigen über Peters Herkunft einen nicht unerheblichen Wohlstand zu ihren Lebenstagen an. Sie erhielt ein kleines Stückchen Land und mehre sachliche Wertgegenstände  sowie eine Kiste voller Gold.

Sein Vater, den er auf Grund dieser Tatsache nie kennen lernen durfte, ließ ihn durch Gelehrte unterrichten, um ihm viel Wissen für seinen weiteren Lebensweg mit zu geben. Er lernte Sprachen, wie unter anderem Englisch und Latein, welches er nicht so gern mochte. Peter war mehr in Geografie und Seefahrt interessiert, am liebsten hatte er das Handelstreiben mit Kaufleuten, denn die erklärten ihm viel über andere Länder und Waffen. Hierzu zählten diverse handwerkliche Fähigkeiten und das Kämpfen mit Schwert und Bogen, der seit dem ersten Schuss zu seiner Lieblingswaffe wurde. So bildete er sich in der Kunst des Bogenschießens und auch dem Handwerk des Bogenbaus, wodurch er im ganzen Nordort bekannt wurde als Bogenpeter.

Schon als Knabe lernte er all die Vorzüge des Lebens kennen und lieben. Peter genoss das freie Leben. So ist er bis heute keinem guten Tropfen, keiner holden Maid und auch keinem Bogenturnier abgeneigt. Und wenn es nach ihm ginge, am liebsten alles in einer Verbindung.

In jungem Mannesalter  verließ er seine heimische Stätte, um durchs Land des Nordortes und die Welt zu ziehen und sein Wissen und sein Vermögen zu vergrößern. Zur Vermehrung dieser beiden Aktivposten ist Peter auch nicht abgeneigt für kleine und größeren Gemeinheiten. Vor seinen Gaunereien sind keine Kaufleute, wohlhabende Reisende und besonders Adelsleute nicht sicher, nur Alte und Schwache sowie Frauen und Kinder werden bei ihm verschont.

So gingen nun die Jahre nach und nach ins Land und Peter eignete sich viel Beschlagenheit an und auch durch seine alten und auch neu erworbenen Fertigkeiten wurde Bogenpeter immer mehr und mehr in Nordort bekannt.

Eines Tages, als Peter in einer Taverne saß bei einer Feier, trat ein Bote an ihn heran und gab ihn ein Brief mit einen Siegel, was er aus seiner Kindheit erkannte. Es war das Wappen, das er auf der Kiste seiner Mutter, wo sie ihre Taler auf bewahrte, nur einmal gesehen hatte. Er öffnete das Pergament und in diesem wurde er zur Burg des Herzoges von Wolfstein befohlen.

Bogenpeter dachte sich nur, wenn er mal irgendwann auf der Ecke des Landes wäre, würde er vielleicht diesen Wunsch nachkommen, da er sich von niemanden was befehlen ließ. Das erklärte er dem Boten und schickte ihn weg, doch als der Bote ihm sagte, dass er ein Säckchen Gold erhalten würde, wenn er sofort los reiten würde, dann würde er auch noch ein zweites auf der Burg erhalten. Er überlegte eine Weile, und entschied sich am nächsten Morgen los zu reiten, da er es als Schade eempfand, diese Feier zu verlassen.

Nach zwölf Tagen Reiten kam er bei der Burg an und wurde schon im Burgsaal erwartet. Zu seinen Erstaunen waren auch sein Gelehrter aus Kindertagen, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, zugegen. Neben ihm stand die Herzogin von Wolfstein, die nicht gerade erfreut schien, dass Bogenpeter nun vor ihr stand. Sie betrachtet ihn und meinte, er sehe ihm, seinem Vater, wirklich ähnlich. Der Gelehrte brachte Peter zu einem Gemach mit einem riesigen Bett, in dem kranker, alter Mann lag. Peter staunte nicht schlecht. Der Alte, der vor ihm lag, sah wie er selbst, nur sehr viel älter aus.

Der Mann befahl der Dienerschaft hinauszutreten, dann fing er an zu erzählen, wie er und Peters Mutter sich kennen lernten und erklärte seine Herkunft. Bogenpeter verstand es und verspürte eine leichte Wut in sich aufsteigen, als der Herzog von Wolfstein ihm seinen Titel und seine Ländereien anbot, somit als offiziellen Erben anerkennen würde, da er kein andern Erben hätte.

Peter merkte, dass der Herzog es ehrlich meinte und er war der Überzeugung, dass sein Vater ihn geliebt haben muss, da er ihm seine Grundausbildung ermöglichte. Aber er stellte eine Bedingung:  Wenn er den Titel annehmen würde, das er nie seine Freiheiten aufgeben müsste. Welche der Herzog auch mit Dank annahm. Ein paar Tage später verstarb der alte Herzog und am selben Tag wurde Bogenpeter als neuer Herzog von Wolfstein in den Adelsstand ausgerufen.